Logistikdaten in Gemeinden

Titelbild des Leitfadens "Logistikdaten in Gemeinden" zeigt ein Dorf mit verschiedenen Diagrammen und Icons

1. September 2026

Wie können Gemeinden ihre Logistik besser verstehen und auf Basis von Daten gezielt gestalten? Das IFZ hat gemeinsam mit österreichischen Gemeinden und der University of Applied Sciences St.Pölten (USTP) den 2025 entwickelten Leitfaden „Logistik in Zahlen“ in der Praxis erprobt. Die neue Publikation „Logistikdaten in Gemeinden“ dokumentiert die Erfahrungen und zeigt konkrete Wege zu einer datenbasierten kommunalen Logistikplanung.

Lieferverkehre, Baustellen, Abfallentsorgung, Wirtschaftsverkehre und co. prägen den Verkehr in Städten und Gemeinden wesentlich. Während für den Personenverkehr jedoch vielfach umfangreiche Daten zur Verfügung stehen, ist über das lokale Logistikgeschehen häufig deutlich weniger bekannt. Dabei sind entsprechende Informationen eine wichtige Grundlage, um Verkehrsbelastungen zu erkennen, Nutzungskonflikte zu reduzieren und Maßnahmen für Klimaschutz, Verkehrssicherheit und Aufenthaltsqualität zielgerichtet zu planen.

Mit dem 2025 veröffentlichten Leitfaden „Logistik in Zahlen“ wurde im Auftrag des BMIMI ein Werkzeug vom IFZ entwickelt, das Gemeinden dabei unterstützt, ihr Logistikgeschehen systematisch zu erfassen. Im Mittelpunkt steht dabei ein möglichst praxisnaher Zugang: Welche Daten sind bereits vorhanden? Welche zusätzlichen Informationen werden tatsächlich benötigt? Und mit welchen Methoden können bestehende Datenlücken mit vertretbarem Aufwand geschlossen werden?

Praxistest in Amstetten und Waidhofen an der Ybbs

Im Folgeprojekt „Logistikdaten in Gemeinden“ wurde dieser Ansatz nun gemeinsam mit den Städten Amstetten und Waidhofen an der Ybbs praktisch angewandt. Dabei wurden vorhandene kommunale Datenquellen gesichtet, lokale Logistikstrukturen und relevante Akteur:innen betrachtet sowie konkrete Fragestellungen und mögliche Erhebungsmethoden diskutiert.

Eine zentrale Erkenntnis: Gemeinden müssen beim Thema Logistikdaten keineswegs bei null beginnen. In unterschiedlichen Verwaltungsbereichen liegen bereits zahlreiche Informationen vor, die auch für logistische Fragestellungen genutzt werden können – etwa Verkehrs- und Infrastrukturdaten, Flächennutzungsinformationen, Baustellendaten, Abfallwirtschaftsdaten oder bestehende Verkehrszählungen. Häufig werden diese Daten bislang jedoch getrennt voneinander betrachtet und nicht gezielt unter dem Blickwinkel des Güter- und Wirtschaftsverkehrs zusammengeführt.

Die Pilotanwendungen zeigen zugleich, dass bereits mit überschaubarem Aufwand ein wesentlich besseres Bild des lokalen Logistikgeschehens entstehen kann. Entscheidend ist dabei, die Datenerhebung nicht als Selbstzweck zu verstehen, sondern von konkreten kommunalen Fragestellungen auszugehen.

Von Lieferzonen bis Baustellen- und Entsorgungsverkehr

Die möglichen Anwendungen reichen weit über die klassische Betrachtung des Lieferverkehrs hinaus. Logistikdaten können beispielsweise helfen, Belastungsschwerpunkte und zeitliche Spitzen zu erkennen, Liefer- und Ladezonen bedarfsgerecht zu planen, Baustellenverkehre besser zu organisieren oder Entsorgungsverkehre zu analysieren.

Damit können Logistikdaten auch einen Beitrag zu übergeordneten kommunalen Zielen leisten – von Klimaschutz und Verkehrssicherheit bis zur Verbesserung der Aufenthaltsqualität im öffentlichen Raum.

Begleitet wurden die Pilotgemeinden durch den Austausch mit weiteren sogenannten Follower Cities. Dadurch konnten Erfahrungen übertragen, unterschiedliche kommunale Rahmenbedingungen berücksichtigt und zusätzliche Einsatzmöglichkeiten für den Leitfaden identifiziert werden.

Daten als Grundlage für eine nachhaltige kommunale Logistik

Die Ergebnisse gewinnen auch vor dem Hintergrund der 2026 veröffentlichten österreichischen Logistikstandortstrategie an Bedeutung. Diese misst der Digitalisierung und der besseren Nutzung von Daten für Planung und Entscheidungsfindung eine zentrale Rolle bei.

Mit „Logistikdaten in Gemeinden“ steht nun eine praxisorientierte Dokumentation zur Verfügung, die Gemeinden einen niederschwelligen Einstieg ermöglicht: vorhandene Daten sichtbar machen, konkrete Fragestellungen definieren, Datenlücken erkennen und dort gezielt zusätzliche Informationen erheben, wo sie für Entscheidungen tatsächlich benötigt werden.

So kann Schritt für Schritt eine belastbare Datengrundlage entstehen, mit der Gemeinden den Güter- und Wirtschaftsverkehr nicht nur besser verstehen, sondern auch aktiv, nachhaltig und zukunftsorientiert gestalten können.

Weitere Informationen und Download:
Die Publikation „Logistikdaten in Gemeinden – Eine Dokumentation von Praxiserfahrungen und Anwendungen des Leitfadens ‚Logistik in Zahlen‘ in Gemeinden“ ist auf der Website des Bundesministeriums für Innovation, Mobilität und Infrastruktur (BMIMI) verfügbar. https://www.bmimi.gv.at/themen/mobilitaet/transport/gueterverkehrslogistik/publikationen/logistikdaten-gemeinden.html